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VFT-Verbandstag 2017: Der freieTeile-Einzelhandel braucht mehr…

 

Der freie österreichische Kfz-Teile-Großhandel ist gut aufgestellt. Der Einzelhandel braucht jedoch mehr…Attraktivität, Kunden, Ideen etc. Der 1. Offene Verbandstag des VFT am 13. Juni 2017 in Sattledt, OÖ, war mit 38 Teilnehmern, davon acht Nichtmitgliedern gut besucht. Der Themenbogen war aktuell und weit gespannt.

Das Gute vorweg. Der hohe Anteil an teilnehmenden Mitgliedern zeigt, sind die Themen attraktiv, ist die Präsenz hoch. Der Geschäftsverlauf im Kfz-Teilehandel ist nicht mehr wie im „Goldenen Zeitalter“, das bis in die späten 1990er Jahre reichte. Wir leben immer noch in der „Silbernen Ära“ dank der GVO 461/2010. Aber dennoch hat sich der Markt gewandelt. Der Fahrzeugbestand in Österreich wuchs zwischen 2010 und 2016 (Bestand 4,821.557 Pkw) um über 380.000 Einheiten (+7,8%). Die Jahres-Fahrleistung liegt bei etwa 13.000 km, die Serviceintervalle bei 30.000 km. Auch die Ölwechselintervalle haben zugelegt. Die Gewährleistung beträgt heute zwei Jahre, Garantieverlängerungen, Wartungs- und Leasingverträge schöpfen Kapazitäten für den freien Teilemarkt ab. Nicht zu vergessen das Internet mit seiner Vielzahl an Anbietern und dem Rund-um-die-Uhr-Einkauf, wenn auch vorwiegend für den C2C-Bereich. In Österreich bedienen obendrein Händler aus den benachbarten östlichen EU-Staaten mit attraktiven Preisen den Markt. Gerade die beiden letzteren Fakten bereiten besonders dem kleinen freien Kfz-Teileeinzelhandel Kopfzerbrechen.

Walter Birner, stv. Obmann des VFT, will zusammen mit Vertretern dieses Wirtschaftszweiges nach Lösungen erarbeiten.

Vor dem Auditorium delegiert Birner einen Lösungsansatz. Er ließ Klaus Hölbling, die von der österreichischen Post betriebene Versandplattform Shoepping.at präsentieren. Der stv. VFT-Obmann erntete dafür viel Zuspruch. Der Verband wird mit den Shöpping-Machern weiter verhandeln und sich um eine für Mitglieder attraktive Lösung bemühen.

Einen weiteren Lösungsansatz für das Business der Zukunft im Teilehandel ist die von Birner initiierte Datenplattform „Carmunication“. Die sich als gemeinnütziger Verein präsentierende Organisation, soll allen Mitgliedern in Zukunft den Datenzugang sichern. Eintrittsgebühr: € 10.000.00. Der Chef von Österreichs größtem Autoteile-Großhandelsunternehmen setzt sich für dieses Projekt sehr engagiert ein.

 

Bild links: VFT-Obmann Bernhard Dworak (r.): Verbandstag ist Auftakt zu weiterer Öffnung. Links im Bild GS Erhard Zagler

 

Bild rechts: 38 Teilnehmer besuchten den Verbandstag des VFT in Sattledt

Dass die Marktentwicklung im Teilehandel trotz allem weiter dynamisch verläuft, ist zu einem Gutteil auf den Fahrzeugpark zurückzuführen. Der Pkw-Bestand (s.o) wird nach wie vor zu mehr als 99% von Otto-, Diesel- und bivalenten Gasmotoren angetrieben. Die Aussage von VFT-Obm.Stv. Hermann Kowarz von 2015 bleibt daher im Kern die Basis für den Geschäftserfolg der nächsten 10 Jahre. Kowarz damals: „Die Technik ist beherrschbar. Unser Markt ist gesetzlich durch die GVO 461/2010 abgesichert. Der überwiegende Teil der Reparaturen betrifft Brems- und Fahrwerkskomponenten wie Lenkung, Aufhängungen, Gelenke, Stoßdämpfer, bei Karosserieteilen sind es Kotflügel und Scheinwerfer. Diese Teile haben alle PKW unabhängig von ihrem Antrieb.“

Da aber der Wettbewerb rauer (s.o.), der Datenzugang wichtiger wird, muss sich der VFT der Herausforderung stellen. Obmann KommR Ing. Mag. Bernhard Dworak stellte dazu bereits 1995 im Jahr des EU-Beitritts von Österreich die Weichen. Der VFT trat gemeinsam mit dem Wiener Landes- und dem Bundegremium des Fahrzeughandels dem europäischen Kfz-Teilehändlerverband FIGIEFA (gegr. 1954) bei. Bis dahin war die Firma Birner alleiniges Mitglied in Brüssel. „Der VFT hat sich zu einer modernen Kommunikationsplattform entwickelt“, so Dworak. „Der erste offene Verbandstag ist Auftakt zu einer weiteren Öffnung. Sie soll Mitglieder unterstützen, ihren Geschäftsalltag den aktuellen Erfordernissen anzupassen.“ Das trifft besonders auf den Kfz-Teileeinzelhandel zu. Er braucht, wenn keine Werkstätte angeschlossen ist, für seine Zukunft sicher mehr…Ideen.