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Fahrzeugdaten bilden die Währung in der digitalen Autowelt

 

Für die Wettbewerbspolitik im IAM ist der Zugang zu Fahrzeugdaten das entscheidende Thema. Das Monopolstreben der Fahrzeughersteller manifestiert sich in der Vernetzung der Fahrzeuge.

Ein Daten bilden die Währung in der digitalen Welt. Im Kfz-Aftermarket gilt das insbesondere hinsichtlich der technischen Informationen für Reparatur und Wartung der Fahrzeuge. Die Fahrzeughersteller sind in ihrer Rolle als Produzenten der Automobile im Besitz dieser Daten. Sie sind zur Sicherung des fairen Wettbewerbs gesetzlich dazu verpflichtet, unabhängigen Marktteilnehmern Zugang zu diesen zu ermöglichen. Allerdings kommen Fahrzeughersteller diesen Verpflichtungen oft nur unzureichend nach.

Ein eklatantes Beispiel dafür ist die Verweigerungshaltung von PKW- und NFZ-Herstellern, Unternehmen des freien Marktes Zugang zu den Basisdaten für die Fahrzeug- und Ersatzteilidentifikation zu gewähren. Dieser ist aber eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass der freie Kfz-Teilehandel den Werkstätten markenübergreifende Kataloge und eine eindeutige, VIN-basierte Ersatzteilidentifikation anbieten kann. Der entsprechende Anspruch des freien Marktes leitet sich aus dem Typgenehmigungsrecht und der Aftermarket-GVO samt begleitender Leitlinien ab. Voraussetzung für die Erteilung der Typgenehmigung eines Fahrzeugs ist unter anderem, dass die Fahrzeughersteller unabhängigen Marktteilnehmern Zugang zu den für Reparatur und Wartung notwendigen Informationen gewähren müssen. Nach zutreffender und von der EU-Kommission verschiedentlich bestätigter Lesart fallen darunter auch die Basisdaten zur Fahrzeug- und Ersatzteilidentifikation. Die Fahrzeughersteller müssen im Rahmen der Typgenehmigung gegenüber der Typgenehmigungsbehörde erklären, diesen Pflichten nachzukommen.

Der Markt für automobile Anwendungen rund um Sicherheit, Fahrerassistenz, Entertainment sowie Fahrzeug- und Mobilitätsmanagement wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Derzeit werden in Brüssel die Spezifikationen der Telematikplattformen in den Fahrzeugen ausgearbeitet.  Dieser neu entstehende Markt bietet attraktive Perspektiven. Das Tor zu diesem Markt sind die vernetzungsrelevanten Schnittstellen im Fahrzeug. Wer hierzu nicht den passenden Schlüssel hat, dem droht, dass er aus dem Geschäft gedrängt wird.

Die aktuell aufgedeckten Abgastricksereien geben Anlass zur Hoffnung, dass manche politischen Entscheidungsträger endlich mit weniger Ehrfurcht gegenüber den Fahrzeugherstellern zeigen. Sie bilden schließlich nur einen Teil der Automobilwirtschaft ab und haben einzig ihre Partikularinteressen im Fokus. Und es gibt keinen Grund deren Anliegen allzu oft stärker zu gewichten als die berechtigten Interessen des Mittelstands im automotiven Sektor.

Das Monopolstreben manifestiert sich in der Vernetzung der Fahrzeuge. Ein Monopolstreben der Fahrzeughersteller beobachten die Interessenvertreter des Kfz-Teilehandels bei der fortschreitenden Vernetzung der Fahrzeuge. Der Markt für automobile Anwendungen rund um Sicherheit, Fahrerassistenz, Entertainment sowie Fahrzeug- und Mobilitätsmanagement wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Derzeit werden in Brüssel die Spezifikationen der Telematikplattformen in den Fahrzeugen ausgearbeitet. FIGIEFA-Präsident Röhl: „Der neu entstehende Markt bietet attraktive Perspektiven. Das Tor zu diesem Markt sind die vernetzungsrelevanten Schnittstellen im Fahrzeug. Wer hierzu nicht den passenden Schlüssel hat, dem droht, dass er aus dem Geschäft gedrängt wird.“

Im Mai 2015 wurde der EU-Kommission mit der europäischen eCall-Verordnung ein Mandat gegeben, um die technischen Rahmenbedingungen für interoperable, standardisierte, sichere und frei zugängliche Telematikplattformen in den Fahrzeugen zu schaffen. Hartmut Röhl fordert: „Die IAM-Akteure müssen auf Wunsch des Autofahrers Zugriff auf die im Fahrzeug gewonnen Daten erhalten, um eigene Produkte und Dienstleistungen für das vernetzte Fahren entwickeln und anbieten zu können. Dieser Zugriff muss direkt und zeitnah möglich sein, ohne dass die Daten über Systeme der Fahrzeughersteller geleitet werden.“, Röhl warnt: “Andernfalls erhalten die Fahrzeughersteller in Zeiten von Big Data die Kontrolle über ihre Wettbewerber aus dem freien Kfz-Aftermarket. Sie hätten damit die Grundlage für ein Monopol.“